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17.02.2012 17:07
Social Media
Chiquita und die Macht von twitter
Der riesige US-Lebensmittelkonzern Chiquita zieht zum Ende des Jahres von seinem bisherigen Standort der Konzernzentrale von Ohio nach North Carolina. Dabei spielte die twitter-Community eine erhebliche Rolle bei der Entscheidungsfindung des Vorstandschefs.
Schon im Jahr 2010 kam mit dem auslaufenden Mietvertrag des Konzerns die Entscheidung des Vorstandschefs, sich nach einem neuen Standort für die Firmenzentrale, die bisher in Cincinnati in Ohio war, umzuschauen oder zumindest Steuervergünstigungen aus der Stadt herauszuholen. Da die Stadt jedoch diese Zugeständnisse nicht machen konnte und auch sonst kein logistisch wichtiger Ort mit einem leistungsstarken Flughafen ist, beginnen die Standortwettbewerbe der Wirtschaftsförderer einiger Städte.
Dabei drängt die Kommune Charlotte in North Carolina alle anderen Kontrahenten ins Abseits und überzeugt den Vorstandschef Fernando Aguirre mit bis zu 22 Millionen Dollar an Vergünstigungen.
Obwohl bis dahin die Verhandlungen verdeckt abliefen, sprach sich das Interesse des Bananenkonzerns für Charlotte in der Gegend schnell herum, sodass die Bürger aus Eigeninitiative über den Microblogging-Dienst twitter eine Kampagne starteten, um die Vorzüge ihrer Stadt als Firmenstandort zu rühmen. Unter verschiedenen Hashtags wie #bananas4CLT wandten sich die Bürger direkt an den twitter-affinen Vorstandschef Aguirre und hinterließen mit ihrem Engagement für ihre Region einen bleibenden Eindruck. Genau dieser Einsatz habe dazu beigetragen, dass Aguirre sich letzten Endes für Charlotte entschieden habe und sich willkommen fühle.
Auch die Bürger von Cincinnati zeigten sich im Kampf um den Standort sehr aktiv und twitterten ebenfalls, um Chiquita zu halten. Doch die Entscheidung Aguirres steht fest und im Laufe diesen Jahres wird der Umzug ins 600km entfernte Charlotte erfolgen.
Dieser Fall beweist, wie wichtig Social Media für Unternehmen geworden ist und dass es inzwischen mehr ist als nur eine Freizeitbeschäftigung. Für die Bürger von Charlotte hat sich die Social Media-Kompetenz jedenfalls ausgezahlt und wir sind gespannt auf zukünftige Social Media Kampagnen dieser Art.
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